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Der Begriff "Fold Equity" mag komplizierter klingen, als er ist. In Wirklichkeit steckt nämlich ein relativ einfaches Konzept dahinter.

Im Prinzip bezeichnet man als Fold Equity die zusätzliche Equity, die du erhaltest, wenn du in deine Berechnung die Wahrscheinlichkeit miteinbeziehst, dass dein Gegner passt. Die Berechnung der korrekten Fold Equity hängt maßgeblich von Ihrer Fähigkeit ab einen Gegner zu lesen. Anders ausgedrückt: Du musst dich deiner Chancen, einen Gegner zum Passen zu bewegen, ziemlich sicher sein. Die Formel, mit der du die Fold Equity berechnen lautet:

Fold Equity = (Wahrscheinlichkeit, dass der Gegner passt) x (Equity des Gegners im Blatt)

Sehen wir uns zur Veranschaulichung ein Beispiel an:

Angenommen du spielst gegen deinen Freund Cool Hand Joe. Du hast 6♣ 6♥ auf der Hand, Joe hat B♠ 10♦. Dies ist eine klassische Coin-Flip-Situation, in der deine Chance das Blatt zu gewinnen in diesem Moment etwa 50:50 beträgt. Genau genommen liegt deine  exakte Gewinnchance bei 51%. Wenn 100 $ im Pot liegen, beträgt deine Pot Equity daher 51 $ (100 $ x 51%).

Doch das berücksichtigt nicht die Möglichkeit, dass Joe passen könnte, wenn du all-in setzt oder raised. Nehmen wir an, du weisst, dass die Wahrscheinlichkeit, dass dein Freund bei einem All-in-Einsatz passt, 50% beträgt. Die Fold Equity wäre in diesen Beispiel demnach:

50% (Wahrscheinlichkeit, dass der Gegner passt) x 49% (Pot Equity des Gegners) = 24,5%

Ihre gesamte Equity im 100 $ Pot läge daher bei rund 75 $ (51 $ Pot Equity + 24 $ Fold Equity).

Klarerweise ist deine Fold Equity umso größer, desto höher die Wahrscheinlichkeit ist, dass Joe bei einem Einsatz passt. Daher ist es überaus wichtig, deinen Spielgegner richtig zu lesen, wenn du deine Equity in einem Pot bestimmst.

Tatsächlich ist es sehr schwierig deine Equity am Tisch festzustellen, da du die Karten deines Gegner nicht sehen kannst. Das Konzept der Fold Equity kann dir aber helfen, profitablere Entscheidungen zu treffen.

Am vermutlich häufigsten wird die Fold Equity sinnvoll eingesetzt, wenn ein Spieler eine Karte davon entfernt ist, ein Flush oder eine Straße zu treffen. Angenommen du spielst wieder gegen Cool Hand Joe. Du hast 5♦ 6♦ und Joe hat K♥ D♣. Der Flop wird ausgeteilt und bringt K♦ A♦ 4♠. In dieser Situation hast du nur eine 40%ige Chance das Blatt zu gewinnen, Joe dagegen eine 60%ige. Du bist dir ziemlich sicher, dass die Wahrscheinlichkeit, dass Joe passt, bei 50% liegt, wenn du einen beträchtlichen Betrag setzt. Dies hebt deine gesamte Equity im Pot von 40% auf 70%. Deshalb wäre es auf lange Sicht rentabler, in dieser Situation einen Semi-Bluff in Form eines Einsatzes zu bringen.

Abschließend noch eine kleine Warnung …

Wenn du es mit wirklich loose aggressiven Spielern zu tun hast, ist deine Fold Equity wahrscheinlich nahezu null. Dasselbe gilt auch, wenn du in Turnieren auf extrem short-stacked Spieler triffst(die nur mehr sehr wenige Chips zum Spielen haben). Short-stacked Spieler passen nämlich seltener, da sie gezwungen sind auf Risiko zu gehen.