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Poker School

Beim Pokern ist emotionale Disziplin ebenso wichtig wie Spieltechnik oder die Karten, die du in der Hand hälst. In diesem Kapitel erfährst du:

Stelle dir Folgendes vor: Du hattst hervorragende Anfangskarten, der Flop war großartig, der Turn ein Geschenk und du fühlst dich einigermaßen unbesiegbar und gehst all-in. Dein Gegner zieht mit. Du glaubst, den Pot schon in der Tasche zu haben. Doch dann bringt der River – mit einer grauenvollen Wahrscheinlichkeit von einer Million zu eins – dem Gegner ein Blatt, das du dir nie erträumt hättest. Er steckt das ganze Geld ein und dir bleibt nichts.

Zugegeben, so etwas kann einen schon etwas aus der Ruhe bringen.

Das ist auch kein Problem. Sogar ganz normal. Schließlich verliert niemand gern. Das Problem entsteht erst, wenn diese Emotionen deine weitere Spielweise beeinträchtigen und du dadurch noch mehr verlierst. Das nennen wir dann "tilt".

Was ist "tilt" und wie geht es dir dabei?

Oftmals sind deine schlechtesten Sitzungen nicht diejenigen, in denen du Pech hast oder nicht die Karten bekommst, die du dir wünschst, sondern die Partien, in denen du irrational spielst, nachdem du von einem sogenannten "Bad Beat" (mit einem statistisch gesehen guten Blatt verlieren) hart getroffen wurdest.

Typische Tilt-Szenarien

  • Nachdem du Geld verloren hast, findest du, dass du dir etwas Glück verdient hast und spielst Blätter, die du nicht spielen solltest. Es ist nicht nur eine schlechte Strategie, sondern erfahrene Spieler erkennen, dass du die Nerven verlierst und nutzen diese Situation aus.
  • Du verlierst deine Selbstsicherheit und wirfst grundlos einwandfrei gute Blätter weg. Natürlich möchtest du dich schützen – doch vor lauter Angst nimmst du dir alle Gewinnchancen.

Was kannst du dagegen tun?

Professionelle Spieler akzeptieren ein tilt als einen festen Bestandteil des Pokerspiels. Sie machen sich nicht vor, dass es nicht existiert, sondern stellen sich dieser Tatsache und setzen Mittel zur Schadensbegrenzung ein.

 

Du könntest beispielsweise:

  • jedes verlorene Blatt als eine gewonnene Erfahrung betrachten.
  • eine Pause einlegen – ob für fünf Minuten oder fünf Tage – damit du das nächste Mal, wenn du dich an einen Tisch setzt, einen klaren Kopf hast.
  • an Tischen mit niedrigeren Limits spielen, damit du weniger verlierst, falls deine Pechsträhne anhält.
  • ein Pokerbuch lesen, um dein Selbstvertauen wieder zu stärken.

Nehme es nicht persönlich

Selbst wenn du perfekt spielst, kann ein gutes Blatt geschlagen werden. Es kommt eher darauf an, wie du mit dem Verlust umgehst, ob du langfristig als Gewinner aussteigst. Aber am wichtigsten ist: Lass dir nicht dein Spiel vermiesen. Pokern soll schließlich Spaß machen.

Wie geht man mit psychologischen Tricks um?

Beim Pokerspiel musst du dich nicht nur selbst im Griff haben, sondern auch den Gemütszustand deiner Gegner lesen. Dadurch kannst du erahnen, was die anderen auf der Hand haben, ihre Taktik vorwegnehmen, sie dazu zwingen Fehler zu machen und sie im Grunde genommen irritieren, sodass du letztlich selbst die Oberhand behählst.

Andererseits können deine Gegner dasselbe auch mit dir tun. Hier geht es nicht um undurchschaubare, ausgefeilte Tricks. Ein paar gezielte Bemerkungen von einem Gegner zur falschen Zeit könnte dich in Sekundenschnelle von einem Zenmeister in ein Tilt-Monster verwandeln.

Halte dir das vor Augen und wenn jemand versucht, dich zu provozieren, ignoriere ihn einfach oder schalte die Chat-Funktion aus. Und denke daran: Obwohl Psychospielchen zum Pokern dazugehören, gehören Beleidigungen nicht dazu. Gebe uns deshalb Bescheid, wenn jemand zu weit gegangen ist.

Egal ob es darum geht, deine Emotionen im Griff zu haben, dein Spiel variantenreich zu gestalten oder die Kunst des Bluffens zu meistern – wenn du die Pokerpsychologie beherrschst, bist du deinem Ziel schon einen guten Schritt nähergekommen.