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Poker School

In diesem Kapitel erklären wir mit folgenden Themen, wie man beim Turn und beim River spielt:

Möglichkeiten beim Turn

Nach dem Flop folgen noch zwei Gemeinschaftskarten – der Turn und der River, sowie je eine Setzrunde. Bevor du noch mehr Geld in den Pot zahlst, solltest du dich fragen: Lohnt es sich für mich, diese Karten zu sehen oder nicht? Normalerweise ist die Antwort recht einfach – du solltest an diesem Punkt nur dann weitersetzen, wenn:

  • du der Ansicht nachdas beste Blatt hälst.
  • du nur mehr eine Karte benötigst, das deiner Ansicht nach das beste Blatt bildet (wir nennen diese Art von Blatt einen starken Draw).

Sobald du mehr Spielerfahrung hast, könntest du auch versuchen zu bluffen, aber nur gegen einen – oder höchstens zwei – Gegner. Ansonsten lass es lieber bleiben.

Wenn sich dein Blatt verbessert

Angenommen, du erhälst eine Straße oder ein Flush oder vielleicht ein Set oder zwei Paare. Was nun? Wenn du nach dem Turn ein starkes Blatt hast, gehe folgendermaßen vor:

In später Position …

  • Wenn einer deiner Gegner setzt, solltest du erhöhen (außer du hast einen guten Grund, es nicht zu tun, wie etwa drei Karten der gleichen Farbe auf dem Tisch).
  • Wenn keiner deiner Gegner etwas unternommen hat, solltest du setzen.

In früher Position …

  • Wenn du dir ziemlich sicher bist, dass einer deiner Gegner setzt, schiebe zuerst und erhöhe später.
  • Wenn du glaubst, dass dein Gegner schiebt, solltest du setzen.

Wenn sich dein Blatt nicht verbessert

Hat der Turn nichts gebracht? Wäge die Pot Odds gegen die Chancen ab, die benötigte Karte beim River zu erhalten. Wenn die Chancen nicht gut stehen, ist es jetzt Zeit zu passen.

Das Lesen deiner Gegner

Selbst wenn dir der Turn nichts Brauchbares gebracht hat, könntest du noch immer eine Gewinnchance haben, wenn er auch keinem deiner Gegner geholfen hat. Doch wie kannst du das feststellen?

  • Wenn du erhöhst und ein anderer Spieler erhöht nochmals, bedeutet das normalerweise, dass er ein Set oder eine Straße hat (in anderen Worten: Zeit zu passen).
  • Wenn du als Erster setzt und jemand erhöht, könnte er zwei Paare haben, die du schlagen könntest, wenn du ein Top Pair hast.
  • Wenn du nichts als ein Paar hast – selbst ein Top Pair – und jemand erhöht, bedeutet das wahrscheinlich, dass er etwas Besseres hat und du passen solltest.

Spielst du eine Online-Partie mit sechs Teilnehmern? In diesem Fall würden die Spieler beim Turn eher erhöhen, auch wenn jene kein hervorragendes Blatt haben. Aber sei auch darauf gefasst, dass diese vielleicht doch eines haben.

Spielen nach dem River

Sobald du beim River angelangt bist, war’s das – das Warten ist vorbei. Du kennst jetzt dein Blatt. Zeit, das Beste daraus zu machen.

Plan A

Du hast die benötigte Karte erhalten? Hervorragend! Zeit zu setzen. Die Chancen stehen gut, dass deine Gegner mitgehen, auch wenn diese befürchten, geschlagen zu sein.

Theoretisch könntest du schieben in der Hoffnung, dass deine Gegner erhöhen. Doch wenn diese das nicht tun, hast du Pech gehabt.

Plan B (was normalerweise passiert)

Okay, du hast also die Karte nicht erhalten. Das macht alles etwas komplizierter.

Du hast ein mittelmäßiges Blatt – ein zweites Paar oder vielleicht ein Top Pair mit einem mäßigen Kicker (eine nicht gerade herausragende Entscheidungskarte) und dein Gegner setzt.

Wäre der Pot klein, so würdest du passen. Aber mit so viel Geld darin ist die Entscheidung nicht so einfach. Denn wenn du mitgehst und verlierst, kostet dich das nur mehr einen einzigen großen Einsatz. Wenn du gleich passt und dein Gegner geblufft hat, ärgerst du dich.

Die Daumenregel besagt: Wenn du denkst, dass auch nur die entfernteste Chance besteht, dass dein Gegner blufft, solltest du mitgehen. Anders gesagt: Werfe dein Blatt nicht weg, außer du bist 100% sicher, dass dein Gegner nicht blufft.

Bei zwei oder mehr Gegnern funktioniert dies aber nicht. Denn: Wenn einer setzt und der andere mitgeht, besteht die Chance, dass einer von ihnen tatsächlich ein gutes Blatt hat. In dieser Situation ist es wahrscheinlich klüger zu passen.