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Hier erfährst du, wie du dich aus der Zwangslage eines kleinen Stacks befreien kannst:

Wenn dein Chip Stack klein ist, müssen wir dir leider mitteilen, dass du der Gejagte bist, und nicht der Jäger. Die Jäger sind diejenigen mit den großen Stacks, die dich als leichtes Opfer betrachten, da du dem Turnier-Aus näher bist als die Jäger. Glücklicherweise sind wir hier, um dir beizubringen, wie du diese Situation in den Griff bekommst und ein bescheidenes Häufchen Chips in etwas verwandeln kannst, was deinen Gegnern mehr Respekt einflößt.

So spielt man mit einem kleinen Stack

Die Spieler mit vielen Chips wissen, dass ihr größtes Hindernis auf dem Weg zu einem Big Stack alle anderen Spieler mit einem Big Stack sind – zuerst am eigenen Tisch und später im ganzen Turnier. Oft versuchen die Big Stacks die Konfrontation mit anderen Big Stacks hinauszuzögern. Stattdessen rotten sie sich zusammen und gehen gegen die Spieler mit kleineren Stacks vor in der Hoffnung, sie zu eliminieren und sich selbst einen garantierten Preisplatz zu sichern.

Wie man mit einem Small Stack am besten spielt, hängt davon ab, wie klein der Stack tatsächlich ist. Wenn er wirklich klein ist und du nur mehr maximal eine Blind-Runde überstehst, musst du, sobald ein passables Blatt auftaucht, all-in gehen, und zwar egal in welcher Position du spielst. Wenn du im Big Blind sitzt und der Zwangseinsatz die Hälfte deines Stacks auffrisst, bist du gezwungen zu spielen und hast keine andere Wahl als all-in zu gehen. Du überlebst keine weitere Blind-Runde und selbst wenn du deinen Stack verdoppelst, stehst du eine Runde später wieder vor demselben Dilemma.

Es stimmt zwar, dass es bei Turnieren darum geht, zu überleben, doch es ist sinnlos zu warten, bis die Blinds alle Ressourcen vernichtet haben.

Egal welche zwei Karten du hast – es ist unwahrscheinlich, dass diese um so viel schlechter sind als zwei beliebige andere Karten. Unter anderen Umständen hättest du vielleicht das Blatt weggeworfen, doch hier gehst du all-in. Denn bedenke: 8-5 off-suit ist A-K weniger unterlegen als 2 : 1.

Klein, aber nicht zu klein

Wenn dein Stack zwar klein, aber nicht so klein ist, dass du ums nackte Überleben kämpfen müsst, hast du eine relativ sichere Position, da keine unmittelbare Gefahr droht, eliminiert zu werden. Dennoch musst du mehrere Situationen beachten, in denen du angreifbarer bist als Spieler mit einem großen Stack. Wenn du als einer der ersten Spieler am Tisch an der Reihe bist (auch frühe Position genannt), musst du vorsichtiger vorgehen. Durch deine Spielweise ermöglichst du nämlich allen nach dir deine Karten zu erraten und diese selbst zu lesen, was deinen Gegnern einen enormen Vorteil verschafft.

Doch es gibt Möglichkeiten, dies zu verhindern. Erstens, erhöhe nicht, außer du bist dir deines Blatts ziemlich sicher. Gute Karten wie A-K oder D-D hingegen bieten eine größere Sicherheit, da das Risiko, mit deiner Erhöhung deinen kleinen Stack zu gefährden, weitaus geringer ist. Es lohnt sich aber auch, auf den Flop zu warten, bevor du mit viel Geld in das Spiel einsteigst. Schließlich fehlt dir das Sicherheitsnetz, das ein Big Stack bietet.

Wenn du in einer mittleren Position sitzt und es am Tisch nur einen Big Stack gibt, solltest du mit jedem Ass oder Buben als Kicker erhöhen – eine Karte, die zwar nicht die Ranghöhe deines Blatts bestimmt, aber bei einem Unentschieden den Ausschlag geben kann. Spieler in einer späten Position mit kleinen Stacks haben den größten Vorteil. Zum einen kostet es sie weniger den Pot zu erhöhen, zum anderen können sie wesentlich besser erahnen, was ihre Mitspieler vorhaben, bevor sie selbst am Zug sind.

Wenn du mit einem kleinen Stack Blinds stehlen möchtest, ist äußerste Vorsicht geboten. Wenn du einen Big Stack angreifst, ist die Gefahr groß, dass du selbst in der Rolle des Verteidigers endest und deinen Chip-Stapel einbüßt. Bei Spielern mit kleinen Stacks wiederum lohnt es sich nicht zu stehlen, da sich diese die Chance, die du erkannt hast, wahrscheinlich auch nicht entgehen lassen möchtest. Spieler mit einem mittelgroßen Stack sind dagegen ideale Ziele, da sie wahrscheinlich angesichts des Risikos, das ein derart selbstsicherer Spielzug mit sich bringt, von ihren Blinds ablassen, wenn ein Small Stack erhöht. Schließlich ist der Chip-Puffer zwischen dem Small Stack und dem Turnier-Aus äußerst gering. Außerdem können es sich Medium-Stack-Spieler nicht leisten, solche Angreifer herauszufordern, da ihnen die Sicherheit eines großen Stacks fehlt.

Manche Short Stacks versuchen, sich möglichst lange über Wasser zu halten, doch dies ist nur die beste Strategie, wenn sie nahe (oder in) den Turnierpreisrängen liegen und es auch noch andere short-stacked Spieler gibt. Wenn dein Stack klein ist, werde nicht nur zu einer beliebten Zielscheibe, sondern bist auch von vielen wichtigen Aspekten eines erfolgreichen Spiels ausgeschlossen, wie etwa den Flop zu sehen, Draw-Blätter zu spielen und die Blinds zu stehlen. Wichtig ist deshalb, sich möglichst rasch aus dieser Lage zu befreien. Folglich unser Tipp: Bearbeite den Tisch, hole dir die Blinds, an die du herankommst und baue deinen Stack auf.