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Poker School

Bei Bargeldspielen sollte das Stehlen der Blinds fixer Bestandteil deiner Strategie sein. In diesem Kapitel behandeln wir das Stehlen der Blinds genauer – und was du tun kannst, wenn jemand von dir stiehlt.

Wir behandeln diese Themen:

Das Prinzip

Bei Bargeldspielen ist Action alles. Normalerweise gewinnen die aggressivsten Spieler das meiste Geld – entweder indem sie Leute mit marginalen Blättern zwingen zu passen oder weil sie hoffen, dass ihr aggressives Image ihnen hilft, wenn sie tatsächlich ein Blatt haben.

Da es hier mehr um Einstellung als um die Karten geht, ist die Varianz entsprechend groß. Das bedeutet, du benötigst eine Bankroll von 30 Buy-ins oder mehr (oder 50 Buy-ins für 6-handed Spiele bei 5$/10$).

Die Eröffnungszüge

Bei dieser Spielvariante hat es keinen Sinn auf ein gutes Blatt zu warten. Stattdessen findest du hier Spieler, die vor dem Flop oft mit äußerst zweifelhaften Blättern raisen und re-raisen.

Suited Connectors, Bildkarten und mittelmäßige Paare eignen sich für ein Re-raise (nützlich, wenn du später Asse oder Könige erhaltst). Du kannst auch mitgehen, um dein Spiel etwas durchzumischen, aber limpen ist hier im Allgemeinen fehl am Platz.

Wenn du vorhast ein Blatt zu spielen, erhöhe um das Drei- bis Vierfache des Big Blinds (das Fünffache, wenn schon jemand vor dir erhöht hat). Damit holst du hoffentlich die Blinds. Wenn nicht, habst du zumindest die nötige Dynamik für eine Continuation Bet, die immer der nächste Schritt in deiner Taktik sein sollte.

In den Blinds spielen

Wenn du feststellst, dass du Zielscheibe dieser Taktik bist, während du in den Blinds sitzt, nehme es nicht persönlich. Hier geht es nur um Position. Deine Gegner haben dich und verwenden dich. Du würdest dasselbe tun.

Was du aber nicht tun solltes, ist zurückspielen, nur weil du  verärgert bist. Die Gefahr, dass du den Kürzeren ziehst, ist zu hoch. Stattdessen solltest du tighter spielen und um Schadensbegrenzung bemüht sein.

Die Verteidigung der Blinds

Du kannst zwar einen aggressiven Blind-Stehler in seine Grenzen verweisen, aber nur, wenn du weisst, was du tust und mit wem du es zu tun hast.

  • Wenn er zu regelmäßig erhöht
    Versuchen einen Re-raise. Sei bereit, mit allem, angefangen von A-B, A-10 oder K-D bis hin zu mittleren Pocket Paaren (6-6 und darüber), over the top zu gehen, und zwar aus drei Gründen:

    1. Es setzt deinen Gegner unter enormen Druck (mit etwas Glück passt er).
    2. Es zeigt allen, dass du ein starkes Blatt hast.
    3. Du übernimmst die Kontrolle über den Pot von deinem Gegner und hast eine hervorragende Ausgangsposition für Continuation Betting, egal was der Flop bringt.
 
  • Wenn er post-flop nicht hoch genug setzt
    In diesem Fall sind Draw-Blätter mit Potenzial deine besten Freunde. Blätter wie 4-5, 6-5 und 7-6 suited sind einen Call wert.
  • Wenn er sich mit einem kleinen Stack eingekauft hat
    Da hier der Lohn gering ist, ist dies eine der wenigen Situationen, in denen ein pre-flop Call “out of position” besser ist als ein Re-raise. Ist dein Blatt gut getarnt, sollten deine Implied Odds einen Call rechtfertigen.
  • Andere Situationen, in denen du mitgehen solltest
    Die anderen Blätter, mit denen Sie mitgehen sollten, sind kleine Pocket Paare von 2-2 bis 6-6 (außer Sie möchten mit 3-3 an einem Board mit K-10-8 c-betten). Im Allgemeinen sollten Sie "out of position" entsprechend dem Leitsatz "kein Set, keine Bet" handeln – und immer die Implied Odds im Auge behalten. Wenn Ihr Gegner 80 $ besitzt und Sie pre-flop auf 8 $ erhöht, callen Sie nur dann mit 3-3, wenn er der Typ Spieler ist, der Sie auch auszahlt.

    Du kannst auch die "Rule of 10" anwenden – und die Chance, ein Set zu floppen (7,5 : 1), auf 10 : 1 anpassen – um Situationen miteinzubeziehen, in denen ein Set ein anderes Set dominiert sowie die Tatsache, dass du "out of position" bist.
  • Lerne zu passen
    Letztlich ist das Mitgehen "out of position" in dieser Art von Spiel nie ideal. Manchmal ist es besser, sich einfach seine Chips zu sparen und zu passen.

Nach dem Flop

In Spielen mit höheren Limits (sogar große, anonyme) führt ein berechenbares Spiel geradewegs zum Ruin. Deshalb geht es in der Post-Flop-Strategie hauptsächlich darum, dein Spiel durchzumischen und eine Art von Tischimage zu kreieren, das sich später bezahlt macht.

Beispielsweise wist du Leuten begegnen, die von der standardmäßigen Continuation Bet abweichen und mit jedem gemachten Blatt floaten (mit einem schwachen Blatt "in position" mitgehen in der Hoffnung, sich später den Pot zu holen), bluff-raisen oder smooth-callen.

Um damit klar zu kommen, musst du selbst auch einige Check-Raises und Check-Folds unter deine Spielzüge mischen, um deine Gegner zu überraschen. Auch solltest du eher gegen jemanden floaten, der dazu neigt, unter Druck am Turn zu passen.

Ist jemand ganz besonders übermütig, solltest du ihn am Turn relativ oft bluffen (besonders wenn sich das Board ändert oder Sie sich Outs holen).

Du solltest auch am River einige All-in-Bluffs einbringen, um die Fälle auszugleichen, in denen du mit einem großen Blatt eine Value Bet platzierst.

Hier sind noch einige Spielzüge, mit denen du deine Gegner verwirren kannst:

  • Wenn der Pot pre-flop 15 $ beträgt, eröffne den Pot in voller Höhe mit beliebigen zwei Karten (in diesem Fall wünsche dir ein einigermaßen trockenes Board – eine High Card und zwei Karten wären ideal). Warum? Dieser Spielzug zeugt von Stärke, man sieht ihn nicht oft und er weist ein vorteilhaftes Risiko-Gewinn-Verhältnis am Big Blind auf.
  • Check-raise jeden Flop mit einem einzigen König, einer Dame oder einem Buben. Da die meisten Blätter die meisten Flops verpassen, benötigen deine Gegner diese Bildkarte, um zu callen.

Wenn du im richtigen Intervall auf allen Straßen aggressiv spielen kannst, wirst du erfolgreich sein. Bei diesem Spiel geht es mehr um die Spieler als um die Karten. Deshalb musst du diese lesen können – ohne sich selbst lesen zu lassen.